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Bremerhaven Plus / Ratgeber
Wie können wir Trauer überwinden?
©Marco2811/stock.adobe.com

Wie können wir Trauer überwinden?

Verlieren wir einen geliebten Menschen, können wir in ein tiefes Loch der Trauer fallen. Das Leben kann uns plötzlich leer, sinnlos und ohne Freude erscheinen. Auch wenn die Trauer für Experten ein normaler Prozess ist, kann die Trauer manchmal schwer und kaum auszuhalten sein. BremerhavenPLUS zeigt Ihnen deshalb, was nach dem Verlust eines geliebten Menschen helfen kann und wie wir die Trauer überwinden können.

Was ist Trauer?

Mit Trauer reagieren wir auf einen emotionalen Verlust. So schwer wie Trauern auch für manchen ist: Sie ist wichtig und richtig, damit wir lernen, mit dem Verlust umzugehen. Dabei ist die Trauer nicht auf den Tod eines geliebten Menschens beschränkt: Genauso können wir um eine zu Ende gegangene Beziehung trauern oder wenn wir einen Job verloren haben.

Wie können wir Trauer überwinden?

Trauer überwinden: Die Trauerphasen

Der britische Psychologe John Bowlby hat die Trauer in vier Phasen geteilt. Zwar verläuft sie häufig nach diesem Schema, es ist aber auf keinen Fall universell anwendbar und linear – wir alle trauern individuell um zum Beispiel einen geliebten Menschen.

Zuerst ein Schock

Nach Bowlby empfinden wir also zunächst eine Art Schock und der Verlust durch den Tod fühlt sich unwirklich an. Dies ist eine Art Abwehrmechanismus. Das Leugnen sorgt dafür, dass wir uns mehr Zeit für das Verarbeiten geben. 

Sehnsucht und Schmerz nach dem Verlorenen

Nach dem Schock wird man sich der entstandenen Lücke durch den fehlenden Menschen bewusst. Es entsteht Sehnsucht, Schmerz und eine tiefe Traurigkeit durch den Tod. Wir versuchen, die Lücke zu füllen. Stellt man sich so der Realität des Verlusts des Menschen, ist es ganz normal, dass intensive Emotionen auftreten: Wir werden frustriert und wütend. 

Der Verlust wird bewusst – Trauer überwinden

In der nächsten Phase wird der Verlust bewusst und es wird uns klar, dass sich alles verändert hat. Die Auswirkungen auf das eigene Leben werden deutlich. Hier können depressive Symptome auftreten, seelischer Schmerz, Apathie und Desinteresse. 

Hilfe bei der Trauer in unserer Region

In der vierten Phase, während der Genesung, kommt der Glaube an das Leben wieder zurück und wir schöpfen Hoffnung. Wir erkennen, dass auch nach dem Verlust das Leben noch lebenswert ist und Spaß machen kann. Bis wir an diesen Punkt kommen, kann Zeit vergehen. Das ist normal, jeder Mensch trauert in seinem eigenen Tempo. Wenn Sie das Gefühl haben, Sie schaffen es nicht allein, dann bieten die Experten in unserer Umgebung Ihnen Unterstützung und begleiten Sie auf dem Weg. 

Einige Anlaufstellen zum Trauern 

Tipps für das Überwinden von Trauer

  • Lassen Sie sich Zeit, den Schmerz zu bewältigen und setzen Sie sich nicht unter Druck – jeder trauert unterschiedlich intensiv und lang
  • Sein Sie nicht allein: Isolation kann Sie in eine Gedankenspirale treiben, aus der man nicht so einfach herauskommt. Umgeben Sie sich mit Verwandten und Freunden.
  • Wenn ein geliebter Mensch gestorben ist, neigen wir dazu, seine Dinge unangetastet zu lassen. Das kann den Prozess der Akzeptanz allerdings verlangsamen. Behalten Sie am besten nur einige Erinnerungsstücke
  • Kümmern Sie sich um sich selbst. Ein gutes Essen, Bewegung, ein lustiger Film… alles, was Ihnen Spaß macht, ist jetzt das richtige.
  • Suchen Sie sich Hilfe. In unserer Region gibt es zahlreiche Selbsthilfegruppen und Ansprechpartner, die dabei unterstützen, den Verlust zu verarbeiten 

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