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Bremerhaven Plus / Ratgeber
Gut gekleidet im Alter: Auf den Stoff kommt es an
©Yakobchuk Olena/stock.adobe.com
Welche Kleidung ist bequem und modern?

Gut gekleidet im Alter: Auf den Stoff kommt es an

Was zieh ich bloß an? Diese Frage kann uns in jedem Alter beschäftigen. Kein Wunder: Schließlich ändern sich die Ansprüche und auch die Gegebenheiten des Körpers. Vielleicht auch der persönliche Geschmack …? Holen Sie sich in unserem neuesten Beitrag praktische Tipps, wie Sie mit 60+ gut gekleidet sind und welche Kleidung besonders pflegeleicht ist.

Gut gekleidet im Alter: Auf den Stoff kommt es an

Gut gekleidet mit Stretch-Textilien 

Es ist, wie es ist: Im Laufe unseres Lebens verändert sich das Skelett. Das bedeutet, dass unser Bewegungsapparat im fortgeschrittenen Alter nicht mehr ganz so geschmeidig ist wie damals als Backfisch. Auch das Schlüpfen in eine Jacke kann da schon mal zum Geduldsspiel werden, wenn ein Ärmel im luftleeren Raum baumelt. Achten Sie auf komfortable Schnitte. Probieren Sie im Geschäft aus, ob sich die Kleidung leicht an- und ausziehen lässt. Enge Oberteile oder lange Kleider sind schwieriger über den Kopf zu ziehen. Passen Sie auf, dass Sie nicht stecken bleiben! Reißverschlüsse können das Leben sehr viel komfortabler machen. Hilfreich kann es auch sein, Kleidung mit Stretch-Anteil zu kaufen. Der Stoff gibt etwas nach und passt sich dem Körper optimal an. Generell sollte die Kleidung nicht zu eng sitzen.

Passen Sie die Kleidung dem Körper an – nicht umgekehrt

Die Wahl des Stoffes ist ohnehin ein wichtiges Thema – gerade im gehobenen Alter. Denn auch Haut und Stoffwechsel verändern sich im Laufe eines Lebens. Je älter wir werden, desto schneller kommen wir ins Schwitzen, auch ganz ohne Dauerlauf. Deshalb ist es ratsam, Stoffe zu wählen, die pflegeleicht und einfach zu waschen sind, wie Hemden und Blusen aus Baumwolle. Bei leichten Verschmutzungen reicht hier schon die Wäsche bei 30 Grad. Die Kleidung kann ganz einfach auf der Wäscheleine trocknen.

Weiche Stoffe für empfindliche Haut

Achten Sie auch auf den Tragekomfort eines Outfits. Denn gut gekleidet sein heißt vor allem auch: gut zu sich selbst sein. Da unsere Haut immer dünner wird im Alter, ist sie auch schneller reizbar. Kratzt die Kleidung also, dann kommt es eher zu gereizter Haut und Rötungen. Hier können weiche Stoffe wie Seide und Wolle helfen. Diese sind sehr angenehm zu tragen. Kleines Manko: Sie benötigen eine besondere Pflege. Moderne Waschmaschinen verfügen über ein spezielles Seidenwaschprogramm. Sie können verschmutzte Seidenblusen aber auch per Handwäsche mit Seidenwaschmittel einweichen. Spülen Sie das Kleidungsstück mit kaltem Wasser aus und wickeln sie es anschließend in ein Handtuch zum Trocknen. Seide sollte immer liegend trocknen und nicht auf einem Bügel.

Wolle lieber lüften als waschen

Schöne Pullover und Strickjacken aus Wolle und Kaschmir sind kuschelig weich, aber verlieren schnell ihre Form nach einem falschen Waschgang. Waschen Sie nur, wenn es sein muss. Manchmal reicht auch ein ordentliches Durchlüften. Bei Verschmutzungen nutzen Sie das Wollprogramm der Maschine und trocknen das gute Stück ebenfalls liegend auf einem Frottee-Handtuch. Behandeln Sie Flecken unbedingt vorsichtig. Zu starkes Reiben lässt die Textilfasern verfilzen.

Fleece-Jacken – gut gekleidet Drinnen und Draußen

Viel leichter zu waschen sind Pullis und Jacken aus Fleece. Sie halten schön warm und sind weich auf der Haut. Außerdem lassen Sie sich meist problemlos bei 40 Grad in der Maschine waschen. Wer gern draußen unterwegs ist, hat mit einer Fleece-Jacke gleichzeitig eine sportliche Variante für etwas stürmische Tage parat. Ein Reißverschluss erspart mühseliges Zuknöpfen. Die gemütlichen Jacken sind robust und in vielen Farben erhältlich. Zu Hosen passen Sie genauso gut wie zu Röcken. Eine große Auswahl an Modellen finden Sie meist in Geschäften für Outdoor-Bekleidung und -Zubehör.

gut gekleidet am fuss

Auch beim Schuhwerk sollten Sie genauer hinschauen. Achten Sie auf eine bequeme Sohle und einfaches Reinschlüpfen. Schnürsenkel-Zubinden macht kopfüber im Alter meist keinen Spaß mehr ohne Sitzbank. Machen Sie es sich leicht und wählen Sie sportliche Schuhe, in die Sie bequem mit einem langen Schuhlöffel gleiten. Oder greifen Sie zu welchen mit Reißverschluss. Turnschuhe mit Klettverschluss scheinen auf den ersten Blick vorteilhaft zu sein. Doch Klettbänder verlieren an Haftung nach einer gewissen Zeit. So kann schnell eine Stolperfalle entstehen. Seien Sie vorsichtig!

Gibt es einen Dresscode für Senioren?

Den Komfort haben wir geklärt. Nun wäre da noch die Frage nach Stil und Farbe. Keine Panik! Es ist nicht notwendig, den ganzen Kleiderschrank umzukrempeln. Sicherlich hängen Sie an bestimmten Kleidungsstücken und verbinden damit besonders schöne Erinnerungen. Vielleicht lassen diese sich optisch aufpeppen mit ein paar Accessoires wie einem schicken Halstuch oder einem farbigen Gürtel. Manch einer traut sich nicht an farbenfrohe Kleidung in der zweiten Lebenshälfte. Machen Sie sich nicht so viele Gedanken, was die anderen sagen könnten. Tragen Sie, was Sie mögen und vor allem worin Sie sich mögen. Selbst die mittlerweile hundert Jahre alte Stilikone Iris Apfel sagte schon: „Es ist besser glücklich zu sein als gut angezogen.“


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