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Bremerhaven Plus / Gesundheit
Was bedeutet eigentlich der Nutri-Score?
©Ralf/stock.adobe.com
Mehr Durchblick am Supermarktregal

Was bedeutet eigentlich der Nutri-Score?

Seit November 2020 können deutsche Lebensmittelhersteller auf ihren Produktverpackungen einen sogenannten Nutri-Score abbilden. Dieser kennzeichnet mit bunten Buchstaben von A bis E das Nährwertprofil eines Lebensmittels. Aber was heißt das eigentlich genau? Erfahren Sie jetzt, was sich hinter dem Nutri-Score verbirgt.

Eine Nährstoff-Kennzeichnung macht Sinn

Manche Produkte im Supermarkt wirken auf den ersten Blick gar nicht so kalorienreich. Wenn auf einer Verpackung „Jetzt mit weniger Zucker“ steht, heißt das aber noch lange nicht, dass der Inhalt zuckerarm ist. Der Satz suggeriert aber, dass das Produkt viel gesünder als das daneben im Regal sein könnte. Ohne zu wissen, wie viel Zucker noch in dem Lebensmittel vorhanden ist. Für mehr Aufklärung soll der Nutri-Score sorgen.

Was bedeutet eigentlich der Nutri-Score?

Seit wann gibt es den Nutri-Score?

Entwickelt wurde das Kennzeichnungssystem eigentlich in Frankreich. 2019 setzte sich unsere damalige deutsche Bundesernährungsministerin Julia Klöckner für die Einführung des Nutri-Scores in Deutschland ein. Grundlage war eine repräsentative Umfrage des Ministeriums unter deutschen Verbrauchern. Die Mehrzahl der Befragten hatte eine klarere Lebensmittelkennzeichnung gefordert. Sie wünschten sich neben den ganzen schönen Werbeversprechen einen neutralen Hinweis zum tatsächlichen Nährwert auf Lebensmittelverpackungen.

Nutri-Score – aufgebaut als Ampelsystem

Der Nutri-Score gibt den Nährwertgehalt von Lebensmitteln anhand eines Punktesystems an. Die beste Kategorie (A) ist in Dunkelgrün gekennzeichnet und steht auf der Nutri-Score-Skala ganz links. Sie zeigt an, dass das gekennzeichnete Lebensmittel günstige Bestandteile enthält wie Ballaststoffe und Eiweiß. „Gute“ Lebensmittel mit Kennzeichnung A enthalten hohe Anteile an Obst, Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchte, Rapsöl, Walnussöl oder Olivenöl. 

Wofür steht der Buchstabe E?

Negativ bewertete Lebensmittel enthalten gesättigte Fettsäuren, Zucker, Salz und haben einen hohen Kaloriengehalt. Feste Lebensmittel und Getränke werden getrennt voneinander bewertet. Die schlechteste Einstufung, ganz rechts auf der Skala, ist das E in Signalrot. Je ungünstiger der Nährwertgehalt ist, desto höher die Punktezahl für ein Lebensmittel. Nach oben hin gibt es zwar keine Grenze, aber um das System überschaubar zu halten, hat der Nutri-Score nur fünf Abstufungen.

Die Kategorien des Nutri-Scores sind folgendermaßen aufgegliedert:

KategorieFeste LebensmittelGetränke
A (Dunkelgrün)min. bis -1Wasser
B (Hellgrün)0 bis 2min bis 1
C (Gelb)3 bis 102 bis 5
D (Orange)11 bis 186 bis 9
E (Rot)19 bis max.10 bis max.

Wie transparent ist der Nutri-Score?

Kleines Manko am System: Erstens ist die Abbildung des Nutri-Scores für Hersteller freiwillig. Wer also besonders kalorienreiche Nahrungsmittel auf den Markt bringt, muss es gar nicht kennzeichnen. Zweitens wird auf der Verpackung nie erklärt, wie der berechnete Nutri-Score genau zustande kommt. Woher kommen die Minuspunkte, woher die Pluspunkte? Man weiß es nicht.

Zusätzliche Hinweise in der Nährwerttabelle

Wer sich aber für die Zusammensetzung interessiert, kann immerhin alle Inhaltsstoffe auf jeder Verpackung nachlesen. Teilweise ist auch das Herkunftsland angezeigt oder, ob eine Zutat aus biologischem Anbau stammt. Darüber hinaus zeigt die Nährwerttabelle auf der Rückseite des Produkts, wie viele Kalorien sowie Fett, Zucker, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Eiweiße und Salz in Gramm enthalten sind. So erschließt sich eine Nutri-Score-Bewertung mit E beispielsweise aufgrund eines sehr hohen Zucker- oder Fettgehalts.

Was bringt mir der Nutri-Score?

Ernährungsbewusste, aber auch sorglosere Verbraucher sollen auf einen Blick erkennen können, ob das Produkt empfehlenswert ist oder nicht. Tu ich mir mit dem Müsli beispielsweise wirklich etwas Gutes? Oder halte ich doch lieber Ausschau nach einem Müsli mit einem besseren Nutri-Score und vermutlich weniger Zucker? Sie haben es selbst in der Hand. Das Schöne an den Ampel-System ist: Es ist leicht lesbar. Kinder verstehen es genauso wie fremdsprachige Mitbürger oder Menschen mit Beeinträchtigung.


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